Betongold
In Krisenzeiten gelten Immobilien als zuverlässige Kapitalanlage. Weil ihnen eine ähnliche Wertstabilität wie bei Gold nachgesagt wird, tragen sie auch den Beinamen Betongold.
Immobilien mit einer goldenen Pfote nehmen in besonderer Weise Einfluss auf ihre Umgebung. Der Legende nach soll ihr unablässiges Winken nicht nur Investoren anlocken, sondern auch Glück und Wohlstand einbringen.
Ihr Heilsversprechen ist jedoch zweifelhaft, da es durch das Unglück anderer bedingt ist. Die versprochenen Gewinne können nur durch Spekulation mit steigenden Miet- und Grundstückspreisen erzielt werden. Die Folge ist eine Verdrängung alternativer und geringwirtschaftlicher Lebensformen.
Die Deutung der Geste des Winkens ist demnach von der Perspektive ihres Betrachters abhängig. Sie kann sowohl als Lockbewegung als auch als Abwehrbewegung gedeutet werden. Ihre grund sätzliche Bewegung spiegelt dabei die Dynamik eines von gegenläufigen Interessen geprägten gesellschaftlichen Prozesses wider.
Ein Projekt von Jula Baltschun, Robert Glöckner und Soelve Zinke