come what may. permanent assumptions.
Resilienz ist ein Schlüsselbegriff unserer Epoche und hat Konjunktur. Aus der Materialkunde stammend bezeichnet der Begriff die Fähigkeit von Menschen, Systemen und Materialien, Traumata oder Störungen zu absorbieren - ohne dabei ihre charakteristischen Funktionen, Strukturen oder ihre Identität zu verlieren.
Das resiliente Subjekt in der neoliberalen Gesellschaft behauptet sich in einer prekären und unsicheren Welt. Es kennt keine Kapitulation, macht unerbittlich weiter - come what may – im Angesicht eines permanenten Krisenhorizonts.
Die Tendenz der Selbstoptimierung, um den Gegebenheiten standhalten zu können, liegt offenbar. Eine umfassende und hinnehmende Krisenkompetenz ersetzt Formen der aktiven Weltbildung, ambitioniertes und kollektives politisches Handeln verlieren sich in der robusten Vereinzelung. Mit dem resilienten Bürger löst sich ein neokonservativer Wunschtraum ein.
Zeitgenössische Künstler*innen sind durch ihre progressive und gleichzeitig prekäre Stellung innerhalb neoliberaler Strukturen mit die Ersten, welche sich selbsterhaltende Fähigkeiten aneignen müssen.
Dieser Bestand bildet den Rahmen dieser Ausstellung. Wie können bildende Künstler*innen im defizitären System arbeiten und überleben? Welche Strategien werden angewandt? Wie artikulieren sich Existenzangst, Scheitern, Selbstbehauptung und Widerstandskraft in Material, Prozess, Sprache und Ästhetik?










